Handlungsempfehlungen zur Nutzung der Ergebnisse für das Gärproduktmanagement
Die Ergebnisse dieses Vorhabens bieten eine sehr gute datenseitige und fachliche Basis für sinnvolle einzelbetriebliche und regionale Strategien. Die verschiedenen Aufbereitungstechnologien zeigen eine weite Spanne von Kosten, Abscheideraten von Masse, Abscheideraten der verschiedenen Nährstoffe und Transportwürdigkeiten der sich ergebenden Fraktionen.
Entsprechend weit gefächert sind die Effekte auf die Einsparung von Lagerungskosten und auf die Transportkosten, jeweils in Verbindung mit der betrieblichen und regionalen Situation. Wichtig ist hier vor allem die jeweilige Nährstoffüberschussituation, die Entfernung der zum eigenen Ausbringungsbereich gehörenden Flächen sowie der aufnahmebereiten Marktfruchtgebiete und nicht zuletzt die Bereitschaft, pflanzenbauliches Management gezielt in die Optimierungsstrategien einzubinden.
Die Entscheidung zu sinnvollen Strategien muss daher einzelbetrieblich unter Berücksichtigung der Nährstoffsituation im größeren regionalen Umfeld erfolgen. Gute Lösungen sind v. a. dann möglich, wenn Biogasanlagen im Einzugsbereich die Wirtschaftsdünger aufnehmen und damit gleichzeitig die regionalen Nährstoffströme bündeln. Je nachdem, welche Nährstoffmengen wo regional verwertet werden können und welche Nährstoffüberschüsse bei regionaler Bilanzierung verbleiben, die in weiter entferntere Marktfruchtregionen verbracht werden müssen, ergeben sich unterschiedliche sinnvolle Konzepte. V. a. für die Gewinnung solcher überregional transportwürdigen Produkte können dann auch spezifisch teurere Verfahren mit geringen Abscheideraten sinnvoll sein.
Die Arbeitshypothese bzgl. der depotartigen Applikation will überprüfen, ob durch Sorption an den umliegenden Tonmineralen auch bei Gärrestdüngung eine ausreichende Ammoniumkonzentration erreicht wird, dass durch die Ammoniumtoxizität der weitere mikrobielle Umbau und die zugehörigen Emissionen vermieden werden.