Optimierung der Prozesskette

Im Arbeitspaket 3 wurden verschiedene innovative Verfahren zur Weiterbehandlung von Gärproduktfraktionen untersucht, mit dem Ziel, die Prozesskette über die klassische Fest‑/Flüssigtrennung hinaus zu optimieren. Untersucht wurde, wie nährstoffreiche Flüssigphasen so aufbereitet werden können, dass neue nutzbare Produkte entstehen, Emissionen reduziert und gleichzeitig wirtschaftliche Aufwendungen gesenkt werden. Dazu wurden Labor‑ und Technikumsversuche durchgeführt, in denen unter anderem Fällungsansätze zur Rückgewinnung von Stickstoff und Phosphor sowie die Nutzung von Flüssigfraktionen als Nährmedium für Mikroalgen geprüft wurden.

Ein Schwerpunkt lag auf der Evaluierung von Fällungsprozessen (z. B. Struvit/MAP), wobei Prozessparameter wie pH‑Wert und die Wahl der Magnesiumquelle die Effizienz der Nährstoffbindung maßgeblich beeinflussen. Parallel konnten stabile Algenbiozönosen aufgebaut und in Prototypanlagen betrieben werden, so dass Gärrest‑ und Ammoniumsulfat‑Lösungen direkt in Algenproduktionssysteme eingebracht werden konnten. Weitere Verfahrenskombinationen wurden hinsichtlich Nährstoffwirkung, Produktqualität und Praxistauglichkeit bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass gezielte, innovative Techniken das Potenzial haben, Gärproduktfraktionen stofflich aufzuwerten und neue Nutzungspfade zu eröffnen.